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Sozialpolitik
Armut
11.2.2011: Gemeinsame Pressemitteilung von Horst Frehe (Bündnis 90/Die Grünen) und Karin Garling (SPD)
Stadtticket nicht nur günstiger sondern auch übertragbar und diskriminierungsfrei machen
Zum 1.3.2011 wird das Stadtticket - eingeführt zum 1.4.2010 - das
Bezieherinnen und Bezieher der Grundsicherung (Hartz IV), Sozialhilfeempfänger
und Asylbewerber bekommen können, etwas günstiger. Die monatlichen
Preise sinken von 29,95 Euro für Erwachsene auf 25 Euro und für
Kinder von sechs bis 14 Jahren von 24,50 Euro auf 20 Euro.
Das ist ein richtiger Schritt. Wie sind jedoch der Meinung, dass das Ticket
darüber hinaus innerhalb der Bedarfsgemeinschaft übertragbar sein
und in seinem Aussehen an alle anderen BSAG-Tickets angepasst werden sollte,
um die Nutzerinnen vor Diskriminierung zu schützen.
Lesen Sie hier
die vollständige gemeinsame Pressemitteilung.
Bericht zum Kongress "Soziale Teilhabe ermöglichen. Armut und
Ausgrenzung verhindern" am 3.9.2010
Wie kann Armut wirksam bekämpft werden? Wie kann die Situation für
betroffene BremerInnen verbessert werden? Welche Reformen sind bei der Grundsicherung
nötig? Über diese Fragen haben die Bremer Grünen bei einer
Fachtagung am 3. September unter dem Titel "Soziale Teilhabe ermöglichen.
Armut und Ausgrenzung verhindern" mit rund 150 TeilnehmerInnen diskutiert.
Lesen Sie hier
den zusammenfassenden Bericht des Fachtags. Dort finden Sie auch weitere
Einzelberichte und Vortragsmanuskripte.
Erstes Resümee vom Fachtag "Soziale Teilhabe ermöglichen
- Armut und Ausgrenzung verhindern"
Am 3.9.2010 haben ich mit meinen grünen FraktionskollegInnen zusammen
einen Fachtag unter dem Titel "Soziale Teilhabe ermöglichen -
Armut und Ausgrenzung verhindern" im Haus der Bürgerschaft in
Bremen auf die Beine gestellt. Mit 150 TeilnehmerInnen war er gut besucht.
Lesen Sie hier
mein erstes Resümee vom Fachtag.
Vorab-Interview zur Kongressankündigung am 03.09.2010 "Soziale
Teilhabe" - Armut und Ausgrenzung verhindern
Am 3.9.2010 findet in Bremen ein Kongress unter dem Titel "Soziale
Teilhabe - Armut und Ausgrenzung verhindern" statt. In einem Interview
erkläre ich, worum es bei der Veranstaltung gehen soll. Zum einen geht
es um konkrete Verbesserungsvorschläge des Sozialgesetzbuches für
mehr Gerechtigkeit. Zum anderen geht es um eine bessere Verzahnung verschiedener
Aspekte: weder können viele zusätzliche SozialarbeiterInnen tatsächlich
Armut verhindern, noch sichert die rein finanzielle Unterstützung die
tatsächliche soziale Teilhabe.
Lesen Sie hier
das vollständige Interview.
Antwort auf die Kleine Anfrage "Kinderarmut in Bremen und Bremerhaven"
liegt vor
Seit dem 19 Januar 2010 liegt die Antwort des Senats auf die Kleine Anfrage
"Kinderarmut in Bremen und Bremerhaven" vor. Damit wollten mein
Kollege Mustafa Kemal Öztürk und ich vom Senat Zahlen und Daten
erfahren, mit deren Hilfe wir hofften beurteilen zu können, welchen
Einfluss Sozialleistungen wie Kindergeld, Kinderzuschuss und Sozialgeld
auf die Vermeidung und Verringerung von Kinderarmut haben. Leider mussten
wir auf einige erbetene Zahlen verzichten.
Der Senat schreibt in seiner Vorbemerkung dazu: "Für die Beantwortung
der komplexen Fragen der vorliegenden Kleinen Anfrage zu Kinderarmut in
Bremen und Bremerhaven ist anzumerken, dass in der Kürze der Zeit nicht
alle Fragen ausführlich, z.B. auch in der erbetenen Kleinräumigkeit,
beantwortet werden konnten. Die Antworten waren aus verschiedenen Datenquellen
zu generieren, für die z.T. umfangreiche Abfrageprogrammierungen notwendig
gewesen wären, teilweise liegen keine Basisdaten vor."
Welche Antworten uns der Senat trotzdem geben konnte, lesen Sie
hier
Kleine Anfrage "Kinderarmut in Bremen und Bremerhaven" am 27. November 2009 eingereicht
In der Stadt Bremen leben - wie in dem Armuts- und Reichtumsbericht 2009
des Senats vermerkt - 20.000 Kinder oder ca. 30 Prozent aller Kinder in
SGB-II-Bedarfsgemeinschaften also unter Hartz IV-Bedingungen; in Bremerhaven
sind es über 6.000 Kinder, d.h. 40 Prozent aller Kinder. In einkommensarmen
Haushalten leben 20 Prozent der Kinder unter 17 Jahren. Mit 16,6 Prozent
ist der Anteil der Haushalte mit Kindern ohne erwerbstätige Eltern
im Bundesland Bremen am höchsten in der Bundesrepublik.
Mit unserer Kleinen Anfrage wollen mein Kollege Mustafa Kemal Öztürk
und ich vom Senat Zahlen und Daten erfahren, mit deren Hilfe wir hoffen
beurteilen zu können, welchen Einfluss Sozialleistungen wie Kindergeld,
Kinderzuschuss und Sozialgeld auf die Vermeidung und Verringerung von Kinderarmut
haben. Es stellt sich die Frage, ob es mit der Neuregelung des Kinderzuschusses
gelungen ist, präventiv Alleinerziehende und Familien mit Kindern vor
Armut zu schützen. Die vollständige Kleine Anfrage mit ihren Detail-Fragen
finden Sie hier
Stärkung des sozialen Zusammenhalts
Am 30.9.2009 hat die Bremische Bürgerschaft (Landtag) über den
vom Senat vorgelegten Armut- und Reichtumsbericht debattiert. Hier folgt
eine Zusammenfassung meines Redebeitrags
Kurzbericht von Bündnis 90/Die Grünen zu der Landtagsdebatte vom 30.9.2009 zum "Armuts- und Reichtumsbericht "Lebenslagen im Land Bremen", den der Senat vorgelegt hat:
Der vom Senat vorgelegte Armuts- und Reichtumsbericht "Lebenslagen
im Land Bremen" verdeutlicht, dass sich auch in Bremen die Einkommensschere
weiter geöffnet hat und die sozialen Problemlagen in den vergangenen
Jahren zugenommen haben. Dies zeigt, dass der Stärkung des sozialen
Zusammenhalts eine herausgehobene Bedeutung zukommt.
Der Grünen-Sprecher für Soziales, Horst Frehe, machte die Entwicklung
anschaulich: "Für ein Fünftel bis ein Viertel der Bremer
Bevölkerung besteht das Risiko zu verarmen. Bereits 111.000 Bremerinnen
und Bremer - das ist ein Sechstel der Bremer Bevölkerung - erhielten
Transferleistungen, und ein Viertel von ihnen sogar, obwohl sie erwerbstätig
sind. Während zwischen 2000 und 2006 die Löhne stagnierten oder
leicht sanken, stiegen die Vermögenseinkommen um ein Viertel - und
mehr als 40.000 Menschen waren arbeitslos."
Dass Armut nicht nur Einkommensarmut bedeutet, zeigte Frehe deutlich auf:
"Armut heißt immer auch Ausschluss von der Teilhabe an der Gesellschaft.
Das bedeutet schlechtere Gesundheit, weniger Bildung, weniger Kultur, weniger
Mobilität, weniger politische Teilhabe - wie wir gerade aus der Wahlstatistik
der Bundestagswahl ersehen konnten - und weniger soziale Beziehungen und
Kontakte. Armut heißt daher immer auch weniger Lebensqualität!"
Wenn sich Armut verfestigt und quasi über Generationen weiter vererbt
wird, schwindet der Bezug zur Gesellschaft: "Weniger gesellschaftliche
Teilhabe heißt auch weniger gesellschaftliche Verantwortung",
machte Frehe die Brisanz dahinter klar. "Wenn ein Gemeinwesen diese
Bindungskraft verliert, verschärfen sich die Verteilungskämpfe,
wachsen Kriminalität und Gewalt und blühende Stadtteile verfallen
oder werden mit einer Mauer und privaten Wachdiensten geschützt, wie
ich es in der achtziger Jahren schon in den USA erlebt habe."
Die Frage, welche Chancen wir haben, in unserem Bundesland die Lebenslagen
der Bremerinnen und Bremer zu verbessern, beantwortete Horst Frehe: "Wir
können weder Steuern auf Vermögen erheben noch die Sozialleistungen
anheben. Wir können weder die Logistik- oder Automobilbranche vor Konjunktureinbrüchen
bewahren noch große Beschäftigungsprogramme auflegen. Und wir
können nur bedingt die Steuerkraft erhöhen und sind - wie beim
Einbruch der Gewerbesteuern um vierzig Prozent - von der weltweiten Konjunktur
abhängig. Dennoch können wir mit großer Anstrengung Armut
in all ihren Formen in unseren beiden Gemeinwesen Bremen und Bremerhaven
bekämpfen. Und das tun wir auch! Was wir zusätzlich machen können
und überlegen sollten, haben wir beispielhaft in unserem Antrag aufgeschrieben."
So fordern die Koalitionsfraktionen den Senat u. a. auf, die im Armuts-
und Reichtumsbericht dargestellten Strategien gegen Segregation und Ausgrenzung
in ressortübergreifende Maßnahmen zu überführen und
der Bürgerschaft Prioritäten für die Umsetzung der Maßnahmen
vorzuschlagen. Dabei sollen auch die zur Verfügung stehenden finanziellen
Mittel von den einzelnen Ressorts dargestellt werden. Zudem fordert Rot-Grün
in zehn Punkten vom Senat: